IPv6 unter Linux (Debian, Ubuntun, Gentoo, Redhat, …) deaktivieren
Update: Ich empfehle jedem IPv6 nach Möglichkeit über Teredo oder andere Dienste zu nutzen. Das Internet braucht mit jedem Tag dringender die Erweiterungen von IPv6 und jeder Nutzer von IPv6 hilft beim testen der vorhandenen Infrastrukturen und der schnelleren Einführung dieser sehr wichtigen Technik.
IPv6 ist zwar eine tolle Technik, doch wird sie bis jetzt in kaum einem Netzwerk eingesetzt und führt sogar bei falscher Konfiguration zu Verzögerungen im Netzwerkbetrieb und insbesondere bei DNS-Anfragen. Allerdings sollte man die Nutzung von IPv6 nur bei Problemen im Betrieb abschalten. Ich empfehle die Abschaltung bei Servern, die keinen IPv6 benötigen. Bei Clients und besonders mobilen Rechnern würde ich es eher anlassen, um die Vorteile bei Bedarf zu nutzen!
Windows Nutzer brauchen sich darum keine Gedanken zu machen, da bis WindowsXP IPv6 nicht zum Einsatz kam bzw. “vom Haus aus” deaktiviert ist.
Linux ist schon seit Längerem für IPv6 ausgelegt, konfiguriert und vor allem ist IPv6 aktiv. Ich möchte jetzt keinen Distributor beschuldigen, sondern einfach dem Nutzer beschreiben, wie man IPv6 deaktiviert. Nach den Änderungen sollte man den Rechner neu starten, um die Änderungen am einfachsten zu übernehmen. Besser sollte man Teredo installieren und die IPv6 Nutzung fördern. Ihr helft damit dem ganzen Internet.
Gentoo Linux mit Kernel 2.6.X:
In der Datei /etc/modules.d/aliases die Zeile:
alias net-pf-10 ipv6
in:
alias net-pf-10 off
alias ipv6 off
ändern und den Rechner neustarten.
Debian/Ubuntu Linux (Kernel 2.6.X):
Das entsprechende Modul auf die Blacklist setzen. Dafür editiert man die Datei /etc/modprobe.d/blacklist und fügt am Ende der Datei den folgenden Eintrag ein:
blacklist ipv6
und den Rechner neustarten.
Debian Linux (Kernel 2.4.X):
Die daite /etc/moduitils editieren und den folgenden Eintrag:
alias net-pf-10 ipv6
ändern zu:
alias net-pf-10 off
alias ipv6 off
und den Rechner neustarten.
RedHat Enterprise Linux / CentOS / Fedora Core:
In der Datei /etc/modprobe.conf die Zeile:
alias net-pf-10 ipv6
in:
alias net-pf-10 off
alias ipv6 off
ändern und den Rechner neustarten.
RedHat Enterprise Linux / CentOS / Fedora Core / Mandriva:
In die Datei /etc/sysconfig/network den folgenden Eintrag hinzufügen/ändern in:
NETWORKING_IPV6=”no”
und den Rechner neustarten.
Suse Linux 9.0:
In der Datei /etc/modules.conf die Zeile:
alias net-pf-10 ipv6
in:
alias net-pf-10 off
alias ipv6 off
ändern und den Rechner neustarten.
Ab Suse 9.1 und bei Slackware:
In der Datei /etc/modprobe.conf die Zeile:
alias net-pf-10 ipv6
in:
alias net-pf-10 off
alias ipv6 off
ändern und den Rechner neu starten.
Weitere Hinweise:
- Wenn die Distribution die /etc/modprobe.conf Datei nutzt, dann bitte aufpassen, dass man nicht von den Dateien in /etc/modprobe.d/* oder von der Datei: /etc/modprobe.conf.local überschriebeben wird.
- Die IPv6 Tunnel werden auch nicht benötigt und können in der /etc/modprobe.conf durch den Eintrag: “install sit0 /bin/true” deaktiviert werden.
- Firefox benötigt ebenfalls eine IPv6 Deaktivierung von DNS-Abfragen. Dies erfolgt durch das ändern der Konfiguration über die “about:config”. Dafür gibt man in die Adressleiste “about:config” ein und filter nach “ipv6″. Dann ändert man den Eintrag: network.dns.disableIPv6 zu true und stoppt damit DNS-Anfragen zu IPv6.
Ich möchte mich jetzt nicht über die Vielfalt der Einstellungen der Linuxdistributionen auslassen und wer es nun richtig macht. Allerdings ist es vielleicht die Vielfalt, die Linux so berühmt und kommerziell so erfolgreich gemacht hat.
IPv6 ist die Zukunft – hoffentlich nicht mehr lange. Wir brauchen alle IPv6, wenn es uns auch nicht bewusst ist.
Quellen: